BERND GUDERNATSCH
(Bass, Gesang Paul)
email Bernd
Der Rock´n´Roll war schon immer sein Ding, doch zugleich war in den Anfangszeiten seines Bass-Spielens kaum einer ein größeres Vorbild für Bernd als Jaco Pastorius (u.a. Basser bei Weather Report) nicht mal Paul McCartney. Paul kannte Bernd natürlich schon immer, doch als Bass-Gott lernte er ihn erst seit seiner Zeit mit LUCY schätzen. Seitdem hat sich Bernd immer mehr zum McCartney-Fan entwickelt, auch wenn er von sich sagt: Paul war in den Sechzigern, Bernd ist jetzt keinesfalls besser, eher schlechter, aber auf jeden Fall anders. So spielt Bernd auch nicht den legendären Höfner-Violin-Bass McCartneys, dafür fand er einen umso schöneren Rickenbacker-Bass, wie ihn Paul zu Zeiten von Sgt. Pepper zupfte.
Eines haben Paul und Bernd gemeinsam: Es gibt wenig in der Musik, was so schwierig ist wie den Bass (mit seinen tiefen Tönen!) zu spielen und dazu die höchste Stimme in einem dreistimmigen Gesangssatz zu übernehmen. Bernd versteht es meisterhaft. Und da er zudem eine markante Stimme hat, ist´s kein Wunder, dass er bei LUCY ähnlich oft die Leadvocals übernimmt wie Peter. Dazu kommt auch bei ihm der volle Körpereinsatz: Wenn Bernd mit seinem Bass über die Bühne tobt, merkt man auch ihm an, dass er ohne Wenn und Aber das macht, was er am meisten liebt: Musik. Bernd kam zwar als letzter zu LUCY doch mit ihm war das Quartett in seiner heutigen Besetzung erst rund.
Zuvor hatte Bernd, ebenso wie die anderen drei, vor LUCY noch nie bei einem Covermusik-Projekt mitgemacht. Da kam ihm das Konzept, das die Gruppe schon hatte, als Bernd dazukam, sehr entgegen: Nämlich nicht nur zu kopieren, sondern auch eigene Versionen zu kreieren. Bernd: Ich habe nie verstanden, warum man als Musiker die Musik einer anderen Band bis auf den Kratzer auf der Platte nachspielen will. Wie jeder Musiker habe ich eine eigene Identität, eine eigene Geschichte, die immer in mein Musizieren einfließt.
Geprägt haben Bernd die achtziger Jahre: Punk ebenso wie Pop, Bands wie The B 52´s, The Police, The Clash oder The Damned. Als seinen musikalischen Geheimtipp nennt Bernd heute die britische Band Elbow. Mit 12 Jahren kam er zum Bass wie die Jungfrau zum Kinde: Irgendein Verwandter hatte angefangen Bass zu spielen, es dann aber aufgegeben. Bernd bekam das Instrument geschenkt. Schnell machte er bei seiner ersten Band mit: Ich tingelte mit solch erfolglosen Bands wie Well oder Noch `ne Band über den Westerwald und knapp darüber hinaus, immer bestrebt, ein eigenes Ding zu machen. Stets begleitet von meinem Bassgott Jaco Pastorius, gab es für mich von Anfang an nur eins: Bassspielen, Bassspielen, Bassspielen.
Etwa 1988 begann Bernd auch zu singen, und wer Bass spielt und etwas höher singt als die Masse, der hat natürlich schnell den Ruf weg, so sein zu wollen wie Sting. Na ja in der Tat kann jeder, der Bernd mal einen Titel von Sting singen (und spielen!) gehört hat, durchaus auf die Frage kommen, warum er nicht einer Police- statt einer Beatles-Coverband beigetreten ist...
Als Antwort erzählt Bernd grinsend folgende Geschichte: Irgendwann in grauer Vorzeit, genau gesagt 1995 , kam Peter bei mir vorbei, vielmehr kniete er vor meiner Haustür... Ich kannte ihn, weil man sich in Musikerkreisen eben kennt, und öffnete daher nur das kleine Klofenster, um zu verhindern, dass er meine Wohnung betritt. Aber ich hatte nicht mit seiner Hartnäckigkeit gerechnet. Er zwang mich im Nachhinein zu meinem Glück an einer LUCY-Probe teilzunehmen. Das war der Anfang und wohl auch das erste Mal, das ich mich mit der Musik der Beatles beschäftigt habe.
Seit dieser ersten Probe hat Bernd die Faszination der Beatles nicht mehr losgelassen besonders schätzt er ihre grandiosen Kompositionen. Das kann Bernd umso besser beurteilen, als er auch selbst Songs schreibt (Aber ein Strawberry Fields Forever ist mir leider noch nicht gelungen.). Auch den ersten LUCY-Song, mit dem die Band auch gleich einen Preis einheimste, stammt aus seiner Feder: All We Can Do (Is Sing That Song). Seine Solo-Songs nimmt Bernd in seinem eigenen kleinen Studio zuhause auf und produziert sie. Das Studio liegt übrigens in einem - wie Bernd findet - wunderschönen Garten, den er selbst hegt und pflegt: Das Gärtnern ist sein Zweithobby.
In seinem Hauptberuf ist Bernd im Außendienst tätig, oder ist, wie er selber sagt Klinkenputzer: Wie bei der Musik muss man auch da sozusagen seinen ganzen Körper einsetzen man muss sich verkaufen...